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Bildende Kunst
Die heute noch erhaltenen Kunstwerke aus der Han-Zeit wurden
größtenteils in den im Lauf des 20. Jahrhunderts
freigelegten Gräbern entdeckt. Vorgefunden wurden dort vor
allem als Grabbeigaben gedachte Artefakte aus Ton und
Keramik. Berühmtheit erlangten insbesondere etwa die meist
mehrstöckigen Miniaturhäuschen nebst Balkonen sowie die in
ähnlichem Stil gefertigten Schiffe und Wagengespanne. Auch
stieß man in den Gräbern auf Skulpturen, Seidenbilder,
kunstvoll gearbeitete Bronzespiegel und Duftrauchbrenner.
Großes Interesse zogen aber auch die je nach geografischer
Lage des Grabs stark differierenden Wandverkleidungen auf
sich. Während man sich etwa in der Mandschurei mit
massenhaft und daher relativ billig herzustellenden
geprägten Lehmziegeln begnügte, wiesen die Steinreliefs der
Kaufmannsgräber von Shanxi anspruchsvolle Ornamental- und
Tierdarstellungen auf. Aber auch sie reichen nicht an die
1947 in Sichuan entdeckten Ziegel mit ihren detaillierten
und künstlerisch anspruchsvollen Landschaftsszenerien heran.

Zwei Edelmänner, Entstanden während der späten
Han-Dynastie (206 v. Chr.-221 v. Chr.), aus einem Grab,
Museum of Fine Arts
Literatur
Während der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220) entwickelte
sich die Chu-Lyrik zum Fu (賦) fort, einem häufig dialogisch
aufgebauten, gewöhnlich gereimtem Gedicht. Aus diesem
wiederum ging schließlich das Yuefu (乐府) hervor, ein im
volkstümlichen Stil gehaltenes Gedicht. Der Begriff bedeutet
wörtlich „Musikamt“ – ein Verweis darauf, dass das Schreiben
und Sammeln von Lyrik ursprünglich die Aufgabe staatlicher
Behörden war. Eine einheitliche Zeilenlänge besteht nicht,
doch sind fünf Schriftzeichen pro Zeile Standard. Jedes
Gedicht folgt einem der definierten, zum Titel passenden
Lautmuster. Der Begriff Yuefu deckt nicht nur ursprüngliche
Volksweisen ab, sondern auch deren bei Hof erarbeitete
Nachahmungen sowie Fassungen berühmter Dichter.
Die Prosaliteratur der Han-Zeit befasst sich vorwiegend mit
praktischen Themen. Erhalten sich etwa politische Schriften,
Throneingaben und Briefe. Erwähnenswert ist auch das Das
Buch der Geschichte (史記, Shĭ Jì) des Sīmǎ Qiān (司馬遷; 145-90
v.Chr.), das auch heute noch nicht nur als historische
Quelle geschätzt wird, sondern auch als Beispiel für
vollendeten Stil.
Architektur
Grundlegende Architekturprinzipien Chinas gehen auf die
frühe Kaiserzeit zurück, insbesondere die Hallenbauten. Mit
der Reichseinigung setzt sich auf höfischer Ebene eine
Prunkarchitektur durch, deren Anspruch imperiale Größe
darstellen soll. Ihren Ursprung findet dies in den
zahlreichen Palastbauten des Ersten Kaisers, dessen
legendärer A’fang-Palast zum Mythos kaiserlicher Architektur
wurde. Die Han-Kaiser führten dieses Prinzip fort und
setzten mit dem Weiyang-Palast neue künstlerische Maßstäbe.
In dieser frühen Form ist der Kaiserpalast noch stark
undifferenziert, das heißt, dass nicht streng unterschieden
wird zwischen Wohnbereichen, Repräsentationsbauten,
Sakralarchitektur, Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden
sowie Lagerhäusern. Alle diese Bereiche gehen ineinander
über und bilden einen relativ großen Palastkomplex. Im Laufe
der dynastischen Abfolge lässt sich von diesem Punkt an eine
stete Evolution der Palastarchitektur beobachten, in deren
Folge sich eine immer strengere Abtrennung der besagten
Bereiche einstellt. Ihren Höhepunkt findet die
Palastarchitektur in der Mingzeitlichen Verbotenen Stadt,
mit einer konsequenten „Ineinanderschachtelung“ der
Aufgabenbereiche, mit den Privatgemächern des Kaisers im
Zentrum der Hauptstadt Beijing.
Bei den Stadtbewohnern der Han-Zeit lassen sich
mehrgeschossige, turmartige Häuser finden. Eine
Übereinanderschichtung von Geschossen, deren Struktur
unübersehbar derjenigen der Hallenbauten entspricht, wobei
die einzelnen Stockwerke jeweils durch eigene Dächer betont
werden. In dieser Epoche werden die Dächer zunehmend zum
herausragenden Schmuckelement. Bis zur Song-Zeit entwickelt
sich dieser (bei allen Bautypen zu beobachtende) Trend zu
überladenen Dachkonstruktionen, deren vier Ecken sich immer
weiter nach oben richten, um die wuchtige Architektur
optisch zu kompensieren und um so Leichtigkeit
vorzutäuschen.
Musik
Han-Kaiser Wudi baute erheblich das in der Qin-Zeit
gegründete Kaiserliche Musikamt aus und beauftragte seine
Beamten mit der Überwachung der Hof- wie Militärmusik sowie
der offiziellen Anerkennung volkstümlichen Liedguts.
Die Aufgabe des Musikamtes war es, Lieder für sakrale und
höfische Zwecke zu sammeln, dabei wurden auch die Lieder und
Balladen des einfachen Volkes gesammelt. Zuerst wurden die
anonymen Yuefu gesammelt, zwischen 190 und 266 treten jedoch
namhafte Dichter auf, die den Yuefu eine individuelle Note
geben.
Als Texte wurden die Yuefu erst gegen Ende der Han-Zeit
selbständig.
Die Melodien der Yuefu sind heutzutage nicht mehr
rekonstruierbar und nur Texte sind erhalten geblieben. Die
gesammelten Lied-Gedichte enthalten sowohl Gesänge für
Opferzeremonien und Ahnentempel, als auch Gesänge für
kaiserliche Bankette.
Westliche Sinologen unterscheiden bei Yuefu zwischen
sakralen Hymnen und weltlichen Liedern, die über Nöte und
Sorgen der Zeit sprechen.
Die als Yuefu überlieferten Gedichte beinhalten vielfältige
und unter konfuzianischen Gesichtspunkten unorthodoxe lokale
Traditionen und zeugen von der, gegenüber späteren Zeiten,
offeneren Atmosphäre des frühen chinesischen Mittelalters.
Im Gegensatz zu den Han-Fu ist das Thema vieler Yuefu nicht
mehr die Verherrlichung der Macht des Kaisers, sondern die
Sorgen und Nöte des Einzelnen. Auch übte der religiöse
Daoismus einen Einfluss aus, da die Yuefu oft die Frage nach
Sterblichkeit und Ewigkeit des Menschen stellen.
Auch die Metrik der Yuefu unterscheidet sich von den Han-Fu.
Sie bestehen uneinheitlich aus zwischen drei und sieben
Zeichen pro Vers und viele Yuefu weisen Merkmale von
Balladen auf. Die Balladen stellen eine Mischform aus
epischen, lyrischen und dramatischen Elementen dar und
verwenden viele formelhafte Wendungen. Die im Westen wohl
bekannteste Ballade ist das Mulan Shi (木蘭詩). Während der
östlichen Han-Zeit wurden dann Yuefu mit Versen von fünf
Zeichen geschrieben.
Die Yuefu haben eine große Bedeutung für die Entwicklung der
späteren Dichtung in China, da formal, thematisch und die
Topik betreffend die Shi-Gedichte auf ihnen aufbauen. Die
Yuefu durchdrangen die Kultuer der gebildeten Schichten und
die Yuefu der Dichter, in denen diese eigene Gedanken,
Stimmungen und Gefühle ausdrückten, wurden von den anonymen
Yuefu des Musikamtes später unterschieden.
Die größte Sammlung von Yuefu ist das im 12. Jahrhundert
zusammengestellte Yuefu Shiji („Sammlung der
Musikamtslieder") von Guo Maoqian.
Sonstiges
Die Han-Dynastie war unter anderem auch für seine aus
winzigen Jadeplättchen gefertigten Beerdigungs-Anzüge
bekannt. Ein berühmtes Exemplar befindet sich im
Provinzmuseum in Wuhan. Zwei weitere hervorragende,
vollständig erhaltene Exemplare besitzt das Museum in
Xuzhou.
Siehe Auch:
Chinesische
Schriftzeichen
Chinesische
Kalligraphie
Kaiserreich
China
Chinesische
Philosophie
Chin.
Kampfkunst
Tibet
& tibetische Kultur
Chinesische
Medizin TCM
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Chin. Tierzeichen
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