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Chinesische Kunst

Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.)

 

Inhaltsverzeichnis:

* Einleitung
* Historische Entwicklung bis 221 v. Chr.


* Qin-Dynastie (221 bis 207 v. Chr.)


* Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.)

* Zeit der Drei Reiche und Jin-Dynastie (von 220 bis 581)

* Sui- und Tang-Dynastie (581–960)

* Song-Dynastie (960–1227)

Yuan-Dynastie (1228–1368)

Ming-Dynastie (1368–1644)

Qing-Dynastie (1644–1911)

Moderne

Kunst in der Volksrepublik China

Chinesische Volkskunst

Rezeption chinesischer Kunst im Westen

Chinesische Kunst in Europäischen Museen

 

 

Bildende Kunst


Die heute noch erhaltenen Kunstwerke aus der Han-Zeit wurden größtenteils in den im Lauf des 20. Jahrhunderts freigelegten Gräbern entdeckt. Vorgefunden wurden dort vor allem als Grabbeigaben gedachte Artefakte aus Ton und Keramik. Berühmtheit erlangten insbesondere etwa die meist mehrstöckigen Miniaturhäuschen nebst Balkonen sowie die in ähnlichem Stil gefertigten Schiffe und Wagengespanne. Auch stieß man in den Gräbern auf Skulpturen, Seidenbilder, kunstvoll gearbeitete Bronzespiegel und Duftrauchbrenner.

Großes Interesse zogen aber auch die je nach geografischer Lage des Grabs stark differierenden Wandverkleidungen auf sich. Während man sich etwa in der Mandschurei mit massenhaft und daher relativ billig herzustellenden geprägten Lehmziegeln begnügte, wiesen die Steinreliefs der Kaufmannsgräber von Shanxi anspruchsvolle Ornamental- und Tierdarstellungen auf. Aber auch sie reichen nicht an die 1947 in Sichuan entdeckten Ziegel mit ihren detaillierten und künstlerisch anspruchsvollen Landschaftsszenerien heran.

Zwei Edelmänner, Entstanden während der späten Han-Dynastie (206 v. Chr.-221 v. Chr.), aus einem Grab, Museum of Fine Arts

 

 

 

 

 

 

 

Literatur

Während der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220) entwickelte sich die Chu-Lyrik zum Fu (賦) fort, einem häufig dialogisch aufgebauten, gewöhnlich gereimtem Gedicht. Aus diesem wiederum ging schließlich das Yuefu (乐府) hervor, ein im volkstümlichen Stil gehaltenes Gedicht. Der Begriff bedeutet wörtlich „Musikamt“ – ein Verweis darauf, dass das Schreiben und Sammeln von Lyrik ursprünglich die Aufgabe staatlicher Behörden war. Eine einheitliche Zeilenlänge besteht nicht, doch sind fünf Schriftzeichen pro Zeile Standard. Jedes Gedicht folgt einem der definierten, zum Titel passenden Lautmuster. Der Begriff Yuefu deckt nicht nur ursprüngliche Volksweisen ab, sondern auch deren bei Hof erarbeitete Nachahmungen sowie Fassungen berühmter Dichter.

Die Prosaliteratur der Han-Zeit befasst sich vorwiegend mit praktischen Themen. Erhalten sich etwa politische Schriften, Throneingaben und Briefe. Erwähnenswert ist auch das Das Buch der Geschichte (史記, Shĭ Jì) des Sīmǎ Qiān (司馬遷; 145-90 v.Chr.), das auch heute noch nicht nur als historische Quelle geschätzt wird, sondern auch als Beispiel für vollendeten Stil.


Architektur


Grundlegende Architekturprinzipien Chinas gehen auf die frühe Kaiserzeit zurück, insbesondere die Hallenbauten. Mit der Reichseinigung setzt sich auf höfischer Ebene eine Prunkarchitektur durch, deren Anspruch imperiale Größe darstellen soll. Ihren Ursprung findet dies in den zahlreichen Palastbauten des Ersten Kaisers, dessen legendärer A’fang-Palast zum Mythos kaiserlicher Architektur wurde. Die Han-Kaiser führten dieses Prinzip fort und setzten mit dem Weiyang-Palast neue künstlerische Maßstäbe.

In dieser frühen Form ist der Kaiserpalast noch stark undifferenziert, das heißt, dass nicht streng unterschieden wird zwischen Wohnbereichen, Repräsentationsbauten, Sakralarchitektur, Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden sowie Lagerhäusern. Alle diese Bereiche gehen ineinander über und bilden einen relativ großen Palastkomplex. Im Laufe der dynastischen Abfolge lässt sich von diesem Punkt an eine stete Evolution der Palastarchitektur beobachten, in deren Folge sich eine immer strengere Abtrennung der besagten Bereiche einstellt. Ihren Höhepunkt findet die Palastarchitektur in der Mingzeitlichen Verbotenen Stadt, mit einer konsequenten „Ineinanderschachtelung“ der Aufgabenbereiche, mit den Privatgemächern des Kaisers im Zentrum der Hauptstadt Beijing.

Bei den Stadtbewohnern der Han-Zeit lassen sich mehrgeschossige, turmartige Häuser finden. Eine Übereinanderschichtung von Geschossen, deren Struktur unübersehbar derjenigen der Hallenbauten entspricht, wobei die einzelnen Stockwerke jeweils durch eigene Dächer betont werden. In dieser Epoche werden die Dächer zunehmend zum herausragenden Schmuckelement. Bis zur Song-Zeit entwickelt sich dieser (bei allen Bautypen zu beobachtende) Trend zu überladenen Dachkonstruktionen, deren vier Ecken sich immer weiter nach oben richten, um die wuchtige Architektur optisch zu kompensieren und um so Leichtigkeit vorzutäuschen.


Musik

Han-Kaiser Wudi baute erheblich das in der Qin-Zeit gegründete Kaiserliche Musikamt aus und beauftragte seine Beamten mit der Überwachung der Hof- wie Militärmusik sowie der offiziellen Anerkennung volkstümlichen Liedguts.

Die Aufgabe des Musikamtes war es, Lieder für sakrale und höfische Zwecke zu sammeln, dabei wurden auch die Lieder und Balladen des einfachen Volkes gesammelt. Zuerst wurden die anonymen Yuefu gesammelt, zwischen 190 und 266 treten jedoch namhafte Dichter auf, die den Yuefu eine individuelle Note geben.

Als Texte wurden die Yuefu erst gegen Ende der Han-Zeit selbständig.

Die Melodien der Yuefu sind heutzutage nicht mehr rekonstruierbar und nur Texte sind erhalten geblieben. Die gesammelten Lied-Gedichte enthalten sowohl Gesänge für Opferzeremonien und Ahnentempel, als auch Gesänge für kaiserliche Bankette.

Westliche Sinologen unterscheiden bei Yuefu zwischen sakralen Hymnen und weltlichen Liedern, die über Nöte und Sorgen der Zeit sprechen.

Die als Yuefu überlieferten Gedichte beinhalten vielfältige und unter konfuzianischen Gesichtspunkten unorthodoxe lokale Traditionen und zeugen von der, gegenüber späteren Zeiten, offeneren Atmosphäre des frühen chinesischen Mittelalters. Im Gegensatz zu den Han-Fu ist das Thema vieler Yuefu nicht mehr die Verherrlichung der Macht des Kaisers, sondern die Sorgen und Nöte des Einzelnen. Auch übte der religiöse Daoismus einen Einfluss aus, da die Yuefu oft die Frage nach Sterblichkeit und Ewigkeit des Menschen stellen.

Auch die Metrik der Yuefu unterscheidet sich von den Han-Fu. Sie bestehen uneinheitlich aus zwischen drei und sieben Zeichen pro Vers und viele Yuefu weisen Merkmale von Balladen auf. Die Balladen stellen eine Mischform aus epischen, lyrischen und dramatischen Elementen dar und verwenden viele formelhafte Wendungen. Die im Westen wohl bekannteste Ballade ist das Mulan Shi (木蘭詩). Während der östlichen Han-Zeit wurden dann Yuefu mit Versen von fünf Zeichen geschrieben.

Die Yuefu haben eine große Bedeutung für die Entwicklung der späteren Dichtung in China, da formal, thematisch und die Topik betreffend die Shi-Gedichte auf ihnen aufbauen. Die Yuefu durchdrangen die Kultuer der gebildeten Schichten und die Yuefu der Dichter, in denen diese eigene Gedanken, Stimmungen und Gefühle ausdrückten, wurden von den anonymen Yuefu des Musikamtes später unterschieden.

Die größte Sammlung von Yuefu ist das im 12. Jahrhundert zusammengestellte Yuefu Shiji („Sammlung der Musikamtslieder") von Guo Maoqian.


Sonstiges

Die Han-Dynastie war unter anderem auch für seine aus winzigen Jadeplättchen gefertigten Beerdigungs-Anzüge bekannt. Ein berühmtes Exemplar befindet sich im Provinzmuseum in Wuhan. Zwei weitere hervorragende, vollständig erhaltene Exemplare besitzt das Museum in Xuzhou.

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Quelle: Wikipedia
Urheber: Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren
Version vom am 4. Oktober 2009 um 20:33 Uhr
abrufbar unter:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Chinesische_Kunst&oldid=65227810

sowie

Version vom 29. September 2009 um 08:21 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Yuefu&oldid=65028211

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