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Chinesische Kunst

Ming-Dynastie (1368–1644)

 

Inhaltsverzeichnis:

* Einleitung
* Historische Entwicklung bis 221 v. Chr.


* Qin-Dynastie (221 bis 207 v. Chr.)


* Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.)

* Zeit der Drei Reiche und Jin-Dynastie (von 220 bis 581)

* Sui- und Tang-Dynastie (581–960)

* Song-Dynastie (960–1227)

Yuan-Dynastie (1228–1368)

Ming-Dynastie (1368–1644)

Qing-Dynastie (1644–1911)

Moderne

Kunst in der Volksrepublik China

Chinesische Volkskunst

Rezeption chinesischer Kunst im Westen

Chinesische Kunst in Europäischen Museen

 


 


Literatur


Während der Ming-Dynastie erlebten die klassischen chinesischen Romane ihre Blütezeit. Außer Der Traum der Roten Kammer entstanden die meisten bedeutenden klassischen Romane zu dieser Zeit, darunter die vier klassischen Romane Geschichte der drei Reiche, Die Räuber vom Liang-Schan-Moor, Jin Ping Mei und Die Reise nach Westen.
 

  • Die Geschichte der drei Reiche basiert auf der historischen Zeit der drei Reiche, wobei der Autor der späteren Fassung sich die Freiheit nahm, auch eigene Fantasien und dramaturgische Elemente einzubauen. Im Roman wird die Shu Han als das „gute“ Reich und die Wei-Dynastie als das „böse“ Reich dargestellt. Diese Darstellung prägt bis heute das volkstümliche Bild jener Epoche.

  • Auch Die Räuber vom Liang-Schan-Moor basiert auf einer historischen Gegebenheit. Es handelt von einer Gruppe von Räubern, die sich während der Song-Dynastie auf dem Liang-Shan-Moor in Shandong zusammengerauft hatten. Ähnlich wie Robin Hood hatten sie korrupten Beamten den Kampf angesagt.

  • Jin Ping Mei ist eine Nebengeschichte der Räuber vom Liang-Shan-Moor. Der Roman besticht vor allem durch die sehr freizügige Beschreibung der Sexualität und ist bis heute in seiner unzensierten Version in der Volksrepublik China verboten.

  • Die Reise nach Westen ist eine fantastische Geschichte, die auf der historischen Reise eines buddhistischen Mönches basiert, der nach Indien ging, um buddhistische Sutras nach China zu bringen. Beschützt von drei magischen Schülern, deren berühmtester der Affenkönig ist (und von dem das Buch auch in weiten Teilen handelt), muss der Mönch insgesamt 81 gefährliche Abenteuer erleben, bis er die Sutras nach China bringen kann und dann persönlich von Buddha empfangen wird. Die Reise nach Westen liefert bis heute Inspirationen, zum Beispiel auch für japanische Mangas (vgl. Dragonball).


Aber auch die Kleinprosa erlebte eine Blüte. Bereits 1378 etwa veröffentlichte Qu You seine hochsprachlichen Jiangdeng xinhua (Neue Gespräche beim Putzen der Lampe). Gegen Ende der Dynastie setzten sich indes zunehmend umgangssprachliche Werke (Huaben 話本) durch: Feng Menglongs Werk Sanyan (Drei Gespräche) von 1620-1627 umfasst drei Sammlungen namens Yushi Mingyan (Klare Worte, um die Welt zu erhellen), Jingshi Tongyan (Durchgreifende Worte zur Aufmunterung der Welt) und Xingshi Hengyan (Eindringliche Worte zur Ernüchterung der Welt). Bekannt geworden ist auch die Novellensammlung Pai'an Jingqi (Auf den Tisch schlagen vor Staunen über das Ungewöhnliche) des Ling Mengchu von 1628/1632.

Auch das Theaterwesen wurde weiterentwickelt; es entstanden regional unterschiedliche Aufführungsformen.

Während der Ming-Dynastie erlebte China eine erneute Renaissance der antiken Gedichtformen. Die Wirkung dieser späteren Bewegung blieb jedoch beschränkt.


Malerei


Kaiser Xuande, Windhunde (15. Jahrh.)

Unter der Protektion der Ming-Kaiser erlebte die chinesische Malerei eine neue Blüte. Im Kaiserpalast wurde eigens eine Akademie für Malerei gegründet und einige Kaiser taten sich als begabte Maler hervor, allen voran Kaiser Xuande (宣德; 1399–1435). Populär wurden insbesondere „erzählende“, farbenprächtige Gemälde von figurenreicher Komposition.

Es etablierten sich zwei Schulen: Eine davon, die vorwiegend aus berufsmäßigen Hofmalern bestehende Zhe-Schule, knüpfte an die Tradition der Akademien der südlichen Song-Dynastie an und belebte insbesondere den Stil Mǎ Yuǎns. Wichtigster Vertreter der Zhe-Schule ist Dài Jìn (戴進; 1388–1462). Die gegen Ende des 15. Jahrhunderts in der Gegend um Suzhou entstandene Wu-Schule bestand indes aus – sozial höher angesehenen – Amateuren, meist finanziell unabhängigen Gelehrten. Zu den bedeutendsten Vertretern gehören Shěn Zhōu (沈周; 1427–1509), Wén Zhēngmíng (文徵明; 1470–1559), Táng Yín (唐寅; 1470–1523) sowie Qiú Yīng (仇英; 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts). Die Wu-Schule setzte die Landschaftsmalerei der nördlichen Song sowie die Tradition der Yuan-Dynastie fort und knüpfte insbesondere an die Kunst Ni Zans an.

Gegen Ende der Dynastie traten überdies Theoretiker auf wie insbesondere Dǒng Qíchāng (董其昌; 1555–1636), auf den die Einteilung der chinesischen Malerei in eine Nord- und eine Südschule zurückgeht. Mit der Fortentwicklung des Farbdrucks wurden zunehmend auch illustrierte Handbücher über die Malkunst veröffentlicht. Das 1679 erschienene fünfbändige Jièzǐyuán huàzhuàn (芥子园画传; Handbuch des Senfkorngartens) gilt heute noch bei Künstlern wie Studenten als unentbehrliches Grundlagenwerk.



Blütenzweige mit Schmetterling, Chen Hongshou



Porzellan


Bereits in der Yuan-Dynastie hatte sich das in China damals schon seit Jahrhunderten bekannte Porzellan gegenüber anderen Keramik-Arten wie insbesondere dem Seladon eine Sonderstellung verschafft. In der Ming-Zeit indes erreichte die chinesische Porzellankunst einen ersten Höhepunkt. Es etablierte sich der sog. Blau-Weiß-Stil; die blaue Farbe wurde dabei aus Cobaltaluminat (CoAl2O4) gewonnen. Seinen besonderen Glanz erhielt das Porzellan durch die über der Bemalung aufgetragenen Schlussglasur.

Neben floral-ornamentalen Motiven herrschten insbesondere Tierdarstellungen vor. Die Herstellungstechniken wurden fortwährend verfeinert. In Jingdezhen, bereits seit der Tang-Zeit „Hauptstadt“ des chinesischen Porzellans, entstanden zahlreiche neue Manufakturen. Erstmals wurde auch Porzellan auf portugiesischen Schiffen nach Europa exportiert, wo es an den Fürstenhöfen reißenden Absatz fand.
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Vase, polychrom. Dynastie Ming, période jiajing (1522-1566). Musée Guimet, Paris.

 

Lackkunst


Ein hohes Niveau erreicht in der Ming-Zeit auch die chinesische Lackkunst. Der Ritzlack der Song-Dynastie wurde zunehmend durch den sog. Schnitzlack verdrängt. Aus dem in mehreren Schichten insbesondere auf Gefäßen aufgetragenen Lack wurden geometrische, florale oder ornamentale Muster geschnitten. Bisweilen entstanden auch anspruchsvollere szenische Darstellungen.

Farbliche dominierten rote und schwarze Lacke; besondere Effekte erreichte man durch die Kombination beider Farben in den verschiedenen Schichten.

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Quelle: Wikipedia
Urheber: Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren
Version vom am 4. Oktober 2009 um 20:33 Uhr
abrufbar unter:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Chinesische_Kunst&oldid=65227810

sowie

Version  am 17. Oktober 2009 um 07:54 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Chinesische_Literatur&oldid=65669847

 

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