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Literatur
Während der Ming-Dynastie erlebten die klassischen chinesischen Romane ihre
Blütezeit. Außer Der Traum der Roten Kammer entstanden die meisten
bedeutenden klassischen Romane zu dieser Zeit, darunter die vier klassischen
Romane Geschichte der drei Reiche, Die Räuber vom Liang-Schan-Moor, Jin Ping
Mei und Die Reise nach Westen.
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Die Geschichte der drei Reiche basiert auf der
historischen Zeit der drei Reiche, wobei der Autor der späteren Fassung
sich die Freiheit nahm, auch eigene Fantasien und dramaturgische
Elemente einzubauen. Im Roman wird die Shu Han als das „gute“ Reich und
die Wei-Dynastie als das „böse“ Reich dargestellt. Diese Darstellung
prägt bis heute das volkstümliche Bild jener Epoche.
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Auch Die Räuber vom Liang-Schan-Moor basiert auf einer
historischen Gegebenheit. Es handelt von einer Gruppe von Räubern, die
sich während der Song-Dynastie auf dem Liang-Shan-Moor in Shandong
zusammengerauft hatten. Ähnlich wie Robin Hood hatten sie korrupten
Beamten den Kampf angesagt.
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Jin Ping Mei ist eine Nebengeschichte der Räuber vom
Liang-Shan-Moor. Der Roman besticht vor allem durch die sehr freizügige
Beschreibung der Sexualität und ist bis heute in seiner unzensierten
Version in der Volksrepublik China verboten.
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Die Reise nach Westen ist eine fantastische Geschichte,
die auf der historischen Reise eines buddhistischen Mönches basiert, der
nach Indien ging, um buddhistische Sutras nach China zu bringen.
Beschützt von drei magischen Schülern, deren berühmtester der Affenkönig
ist (und von dem das Buch auch in weiten Teilen handelt), muss der Mönch
insgesamt 81 gefährliche Abenteuer erleben, bis er die Sutras nach China
bringen kann und dann persönlich von Buddha empfangen wird. Die Reise
nach Westen liefert bis heute Inspirationen, zum Beispiel auch für
japanische Mangas (vgl. Dragonball).
Aber auch die Kleinprosa erlebte eine Blüte. Bereits 1378 etwa
veröffentlichte Qu You seine hochsprachlichen Jiangdeng xinhua (Neue
Gespräche beim Putzen der Lampe). Gegen Ende der Dynastie setzten sich indes
zunehmend umgangssprachliche Werke (Huaben 話本) durch: Feng Menglongs Werk
Sanyan (Drei Gespräche) von 1620-1627 umfasst drei Sammlungen namens Yushi
Mingyan (Klare Worte, um die Welt zu erhellen), Jingshi Tongyan
(Durchgreifende Worte zur Aufmunterung der Welt) und Xingshi Hengyan
(Eindringliche Worte zur Ernüchterung der Welt). Bekannt geworden ist auch
die Novellensammlung Pai'an Jingqi (Auf den Tisch schlagen vor Staunen über
das Ungewöhnliche) des Ling Mengchu von 1628/1632.
Auch das Theaterwesen wurde weiterentwickelt; es entstanden regional
unterschiedliche Aufführungsformen.
Während der Ming-Dynastie erlebte China eine erneute Renaissance der antiken
Gedichtformen. Die Wirkung dieser späteren Bewegung blieb jedoch beschränkt.
Malerei

Kaiser Xuande, Windhunde (15. Jahrh.)
Unter der Protektion der Ming-Kaiser erlebte die chinesische Malerei eine
neue Blüte. Im Kaiserpalast wurde eigens eine Akademie für Malerei gegründet
und einige Kaiser taten sich als begabte Maler hervor, allen voran Kaiser
Xuande (宣德; 1399–1435). Populär wurden insbesondere „erzählende“,
farbenprächtige Gemälde von figurenreicher Komposition.
Es etablierten sich zwei Schulen: Eine davon, die vorwiegend aus
berufsmäßigen Hofmalern bestehende Zhe-Schule, knüpfte an die Tradition der
Akademien der südlichen Song-Dynastie an und belebte insbesondere den Stil
Mǎ Yuǎns. Wichtigster Vertreter der Zhe-Schule ist Dài Jìn (戴進; 1388–1462).
Die gegen Ende des 15. Jahrhunderts in der Gegend um Suzhou entstandene
Wu-Schule bestand indes aus – sozial höher angesehenen – Amateuren, meist
finanziell unabhängigen Gelehrten. Zu den bedeutendsten Vertretern gehören
Shěn Zhōu (沈周; 1427–1509), Wén Zhēngmíng (文徵明; 1470–1559), Táng Yín (唐寅;
1470–1523) sowie Qiú Yīng (仇英; 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts). Die
Wu-Schule setzte die Landschaftsmalerei der nördlichen Song sowie die
Tradition der Yuan-Dynastie fort und knüpfte insbesondere an die Kunst Ni
Zans an.
Gegen Ende der Dynastie traten überdies Theoretiker auf wie insbesondere
Dǒng Qíchāng (董其昌; 1555–1636), auf den die Einteilung der chinesischen
Malerei in eine Nord- und eine Südschule zurückgeht. Mit der Fortentwicklung
des Farbdrucks wurden zunehmend auch illustrierte Handbücher über die
Malkunst veröffentlicht. Das 1679 erschienene fünfbändige Jièzǐyuán huàzhuàn
(芥子园画传; Handbuch des Senfkorngartens) gilt heute noch bei Künstlern wie
Studenten als unentbehrliches Grundlagenwerk.

Blütenzweige mit Schmetterling, Chen Hongshou
Porzellan
Bereits in der Yuan-Dynastie hatte sich das in China damals schon seit
Jahrhunderten bekannte Porzellan gegenüber anderen Keramik-Arten wie
insbesondere dem Seladon eine Sonderstellung verschafft. In der Ming-Zeit
indes erreichte die chinesische Porzellankunst einen ersten Höhepunkt. Es
etablierte sich der sog. Blau-Weiß-Stil; die blaue Farbe wurde dabei aus
Cobaltaluminat (CoAl2O4) gewonnen. Seinen besonderen Glanz erhielt das
Porzellan durch die über der Bemalung aufgetragenen Schlussglasur.
Neben floral-ornamentalen Motiven herrschten insbesondere Tierdarstellungen
vor. Die Herstellungstechniken wurden fortwährend verfeinert. In Jingdezhen,
bereits seit der Tang-Zeit „Hauptstadt“ des chinesischen Porzellans,
entstanden zahlreiche neue Manufakturen. Erstmals wurde auch Porzellan auf
portugiesischen Schiffen nach Europa exportiert, wo es an den Fürstenhöfen
reißenden Absatz fand.
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Vase, polychrom. Dynastie Ming, période jiajing (1522-1566). Musée
Guimet, Paris.
Lackkunst
Ein hohes Niveau erreicht in der Ming-Zeit auch die chinesische Lackkunst.
Der Ritzlack der Song-Dynastie wurde zunehmend durch den sog. Schnitzlack
verdrängt. Aus dem in mehreren Schichten insbesondere auf Gefäßen
aufgetragenen Lack wurden geometrische, florale oder ornamentale Muster
geschnitten. Bisweilen entstanden auch anspruchsvollere szenische
Darstellungen.
Farbliche dominierten rote und schwarze Lacke; besondere Effekte erreichte
man durch die Kombination beider Farben in den verschiedenen Schichten.
Siehe Auch:
Chinesische
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China
Chinesische
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Tibet
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Medizin TCM
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