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Chinesische Kunst

Moderne

 

Inhaltsverzeichnis:

* Einleitung
* Historische Entwicklung bis 221 v. Chr.


* Qin-Dynastie (221 bis 207 v. Chr.)


* Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.)

* Zeit der Drei Reiche und Jin-Dynastie (von 220 bis 581)

* Sui- und Tang-Dynastie (581–960)

* Song-Dynastie (960–1227)

Yuan-Dynastie (1228–1368)

Ming-Dynastie (1368–1644)

Qing-Dynastie (1644–1911)

Moderne

Kunst in der Volksrepublik China

Chinesische Volkskunst

Rezeption chinesischer Kunst im Westen

Chinesische Kunst in Europäischen Museen

 

 


 Literatur

Insbesondere aufgrund europäischer Einflüsse erfuhr die chinesische Literatur nach dem Sturz der Monarchie erhebliche neue Impulse. Meilensteine setzten insofern das Manifest des Hu Shi von 1916 sowie die sog. Vierter-Mai-Bewegung, die sich beide die Überwindung des traditionell-Konfuzianischen und eine Modernisierung der chinesischen Kultur auf die Fahnen geschrieben hatten.


Prosa


Ba Jin, 1938

Als Begründer der modernen chinesischen Prosa gilt der Arzt Lǔ Xùn (鲁迅; 1881–1936). Nach dem Untergang der maroden Qing-Dynastie trat er in seinen Erzählungen und Essays für eine geistige Neuausrichtung des chinesischen Volkes und die Überwindung traditioneller Bevormundungen ein. Obwohl ihn seine Schriften in den Dreißiger Jahren häufig in Konflikt mit den Kommunisten brachten, wurde er nach seinem Tod von der nunmehr an die Macht gekommenen Kommunistischen Partei Chinas für ihre Zwecke instrumentalisiert.

Der Mandschure Láo Shě (老舍, 1899–1966) ist vor allem durch seinen Roman (Rikschakuli (駱駝祥子; Luòtuo Xiángzi) und das Drama Das Teehaus (茶館; Cháguǎn) bekannt geworden.

Zu den politischsten unter den Schriftstellern der chinesischen Moderne zählt der ursprünglich aus dem Journalismusbereich kommende Máo Dùn (茅盾; 1896–1981). Er war nicht nur 1921 an der Gründung der KPCh beteiligt, sondern arbeitete später auch als Maos Privatsekretär sowie schließlich als Kultusminister. Seine Hauptwerke sind die Romane Seidenraupen im Frühling (春蚕; Chūnchiji) und Shanghai im Zwielicht (子夜; Zǐyè).

Bā Jīn (巴金; 1904–2005) schließlich verdankt seine literarische Bedeutung seinem breiten Romanwerk, etwa den Trilogien „Liebe“ (爱情; àiqíng) von 1936 und „Heftige Strömung“ (激流; jīliú) von 1940, aber auch seinem Wirken als Übersetzer ausländischer Literatur und als Vorkämpfer der Esperanto-Bewegung in China.


Lyrik

Auch im Bereich der Lyrik streifte die chinesische Literatur infolge des Manifests des Hu Shi von 1916 sowie der Bewegung des vierten Mai traditionelle Bindungen ab. So überwinden moderne chinesische Gedichte (新詩 Freivers) etwa die strengen formalen Vorgaben des Jintishi und folgen meist keinem bestimmten Muster mehr.

Inhaltlich lassen sich starke Einflüsse der europäischen Lyrik feststellen, wofür insbesondere die aus England, Frankreich und Deutschland zurückgekehrte Dichter verantwortlich zeichnen. So knüpft etwa Xu Zhimo in seinen romantischen Dichtungen an die Schöpfungen der englischen Dichter Keats und Shelley an.

Berühmte chinesische Dichter der Zeit zwischen dem Sturz der Monarchie und der Gründung der Volksrepublik sind etwa Hú Shì (胡适/胡適, 1891-1962), Kāng Báiqíng (康白情, 1896-1959) sowie Frau Bīng Xīn (冰心, 1900-1999). Erhebliches auf dem Gebiet der Lyrik hat auch der universeller begabte Guō Mòruò (郭沫若, 1892-1978) geleistet.


Malerei


Nach dem Sturz der Qing-Dynastie fand in der chinesischen Malerei eine bis dahin so nicht gekannte Differenzierung statt. Viele Künstler lösten sich unter vielfältigen politischen und kulturellen Einflüssen von den traditionellen Vorbildern und entwickelten höchst individuelle Stile.

Qí Báishís (齐白石; 1864–1957) Bilder zeichnen sich durch einfache Strukturen und schnelle, gekonnte Pinselstriche aus. Zu seinen bevorzugten Sujets gehören ländliche Szenerien, Ackergeräte, vor allem aber besonders lebensecht wirkende Tier- und Pflanzendarstellungen.

Xú Bēihóng (徐悲鸿; 1895–1953) importierte europäische Techniken in die chinesische Malerei; bekannt geworden ist er etwa als Maler galoppierender Pferde. In den 1930er Jahren schuf er einflussreiche Gemälde wie Tian Heng und fünfhundert Rebellen, Jiu Fanggao und Frühlingsregen über dem Lijiang-Fluss. An moderneren Werken der europäischen Kunst orientierte sich der lange von der offiziellen Kulturpolitik geächtete Lín Fēng Mián (林風眠; 1900–1991). Sein Werk prägen grelle Farben, auffällige Gestalten und reicher Inhalt.

Galoppierendes Pferde, von Xu Beihong

Stärker der chinesischen Tradition verhaftet blieb der Blumen- und Landschaftsmaler Pān Tiānshòu (潘天壽; 1897–1971). Von den Akademiemalern des Südlichen Song-Dynastie übernahm er etwa das Arbeiten mit scharfen Kontrasten und großen leeren Flächen. Die Kunst Fù Bàoshís (傅抱石; 1904–1965) knüpft einerseits ebenfalls an die individualistische Gelehrtenmalerei Shí Tāos an, wurde aber auch von Einflüssen der japanischen Nihonga-Schule gespeist. Seinen Stil prägen zügige und doch akkurate Linienführung und trockene Textur, andererseits aber auch großflächige Lavierungen. Thematisch dominieren Landschaften sowie Darstellungen historischer und mythologischer Gestalten. Auf Landschaftsmalerei spezialisierte sich auch Lǐ Kěrǎn (李可染; 1907–1989). Ihm wird die Devise „Eine Biographie für die Berge und Flüsse der Heimat schreiben“ zugeschrieben. Auch er arbeitete häufig mit leeren Flächen und schenkte dem Verhältnis von Licht und Schatten großes Augenmerk.


Holzschnitt

Eine Renaissance erlebte in der 1930er Jahren die bereits seit der Sui-Dynastie in China fest etablierte Kunst des Holzschnitts. Treibende Kraft war hierbei Lu Xun, der hierin ein effektives Propagandainstrument im Kampf um die – meist lese- und schreibunkundigen – Massen sah. 1931 gründete er in Shanghai eine Vortrags- und Studiengruppe für den Holzschnitt und organisierte gegen den erbitterten Widerstand der herrschenden Guomindang im Untergrund Ausstellungen. Stilistisch lassen sich in den Holzschnitten dieser Periode neben der chinesischen Tradition auch sowjetische, japanische und deutsche Einflüsse nachweisen; eine zentrale Rolle spielte insofern auch die Kunst von Käthe Kollwitz.

Inhaltlich dominierten anfangs vor allem Appelle zum Kampf gegen die japanischen Invasoren; nach deren Vertreibung wurden etwa die Bodenreform, der Aufbau der Industrie, die Gleichberechtigung der Frau, die Verbesserung des Gesundheitswesens und ähnliches thematisiert. Bedeutende Holzschneider waren Lǐ Huá (李華, 1907-1994) und Gǔ Yuán (古元, 1919-1996).

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Quelle: Wikipedia
Urheber: Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren
Version vom am 4. Oktober 2009 um 20:33 Uhr
abrufbar unter:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Chinesische_Kunst&oldid=65227810

sowie

Version  am 17. Oktober 2009 um 07:54 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Chinesische_Literatur&oldid=65669847

 

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