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Bereits seit der Antike gelangten auf dem Landweg,
insbesondere auf der Seidenstraße, neben Seide, Edelmetallen und Gewürzen in
beschränktem Umfang auch chinesische Kunsterzeugnisse nach Europa. Ein
sprunghafter Anstieg des Kunstexports war jedoch nach der Entdeckung des
Seewegs nach China durch die Portugiesen im Jahr 1514 zu verzeichnen.
Porzellan
Zunächst waren es die Portugiesen und Spanier, die in größeren Mengen vor
allem chinesisches Porzellan und Lackarbeiten nach Europa verschifften.
Bereits König Philipp II. von Spanien besaß eine Porzellansammlung von mehr
als 3.000 Stück. Im 17. Jahrhundert ging der Ostindienhandel indes zunehmend
in die Hände der Holländer und Briten über. Von den niederländischen Häfen
aus wurden Fürstenhöfe in ganz Europa insbesondere mit dem beliebten
Blau-Weiß-Porzellan versorgt. Es diente nicht nur als Gebrauchsgeschirr,
sondern erfreute sich auch als Kaminaufsatz oder Ausstattung für die
berühmten „Porzellankabinette“ der europäischen Schlösser großer
Beliebtheit. Teilweise wurde in China sogar Porzellan speziell für den
Export gefertigt (vgl. Chinesisches Auftragsporzellan).
Sehr bald versuchte man in Europa auch, das chinesische Porzellan
nachzuahmen. Erste Versuche sind bereits für das Italien des späten 15.
Jahrhunderts belegt, wobei es sich beim Endprodukt wohl mehr um ein
milchiges Glas gehandelt haben dürfte. Später beeinflusste das
Blau-Weiß-Porzellan die europäische Fayence-Kunst, insbesondere die
Produktion der Delfter Manufakturen. Die Herstellung richtigen Porzellans
gelang indes erst 1709 dem am Hofe Augusts des Starken in Dresden tätigen
Johann Friedrich Böttger. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entstanden daraufhin
Manufakturen an allen führenden Fürstenhöfen des Kontinents (nach Meißen
u.a. Wien, Sèvres, Nymphenburg, Kopenhagen, Neapel u.a.). Später wurde
Porzellan schließlich zu einem wichtigen Teil der europäischen
Alltagskultur.
Lackkunst
Ebenfalls exportiert wurde chinesische Lackkunst, wenngleich man hierbei im
Allgemeinen den Erzeugnissen Japans den Vorzug gab. Zur Zeit des großen
Kunstexports hatte das Inselreich sein Vorbild China auf diesem Gebiet
nämlich längst überflügelt. Große Wertschätzung genossen einerseits
Lackmöbel mit aufwendigen Malereien oder Inkrustationen. Zum anderen pflegte
man fürstliche Kunstkabinette gerne mit den Bestandteilen zerlegter
Wandschirme zu vertäfeln. Als Sammler von Lackarbeiten betätigten sich u.a.
Fürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg sowie König Karl II. von England;
beide waren bei Studienaufenthalten in Holland erstmals mit chinesischer
Kunst in Kontakt geraten.
Tapeten
Ein drittes beliebtes Exportgut waren Chinesische Tapeten, die insbesondere
nach Amsterdam und London verschifft und von dort an die europäischen
Fürstenhöfe verteilt wurden. Später wurden sie zunächst im Rahmen der
Chinoiserie-Mode nachgeahmt, ehe sie schließlich zum Ausgangspunkt einer
eigenen, selbständigen europäischen Tapetenkultur wurden.
Chinoiserien
Weniger rezipiert wurde zunächst die chinesische Malerei. Chinesische Motive
fanden allenfalls in sehr verzerrter Form Eingang in die europäische Kunst,
nämlich auf dem Wege der im 18. Jahrhundert in Mode gekommenen Chinoiserien.
„Typische“ Landschaften mit Pagoden und Pavillons, Teichen und Bogenbrücken
sowie der dazu passenden Bevölkerung finden sich etwa auf Gobelins,
Wandbehängen und Tapeten. Mitunter versuchte man sich auch – meist eher
unbeholfen – an der Nachahmung chinesischer Architektur; eines der
bekanntesten Beispiele hierfür ist das sächsische Schloss Pillnitz bei
Dresden oder die Villa Valmarana bei Vicenza. Aufgegriffen wurde auch die
Chinesische Gartenkunst, erstmals 1759 von William Chambers in den Kew
Gardens.

Chinesisches Haus in Sanssouci, Foto:
Gryffindor Lizenz:
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/und
Namensnennung 2.5
Die Entdeckung der chinesischen Literatur
Die Rezeption der chinesischen Literatur ließ indes sogar bis ca. 1900 auf
sich warten. Für Deutschland machte den Anfang Richard Wilhelm mit seinen
Übersetzungen der Klassiker der chinesischen Geisteswelt wie Konfuzius oder
Laozi. In der Folge entdeckten auch Dichter wie Hans Bethge, Klabund, Otto
Julius Bierbaum, Bertolt Brecht oder Hermann Hesse die Schöpfungen ihrer
fernöstlichen Kollegen, insbesondere Li Bais und Du Fus; in der
englischsprachigen Moderne griff insbesondere Ezra Pound die Methode der
chinesischen Lyrik auf. Eine breite Rezeption erfuhr auch Witter Bynners The
Jade Mountain (1929), eine Nachdichtung vor allem von Gedichten der
Tang-Dynastie. Neben bloßen Übersetzungen bzw. Nachdichtungen lassen sich
auch chinesische Einflüsse in den eigenen Werken der genannten Autoren
nachweisen. Große Verdienste hat sich insofern auch Franz Kuhn erworben, der
mit seinen Übersetzungen der zentralen Romane wie Der Traum der roten Kammer
chinesische Literatur einer breiteren deutschsprachigen Leserschaft
erschloss, allerdings immer in stark gekürzten Übersetzungen.
Siehe Auch:
Chinesische
Schriftzeichen
Chinesische
Kalligraphie
Kaiserreich
China
Chinesische
Philosophie
Chin.
Kampfkunst
Tibet
& tibetische Kultur
Chinesische
Medizin TCM
Chinesische
Malerei
Nationale
Minderheiten
Chinesische
Weisheiten
Chinesisches
Neujahr
Chinesischer
Kalender
Tierzeichen
1924-2019
12
Chin. Tierzeichen
Essstäbchen
Chinesische
Küche
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