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Chinesische Kunst

Song-Dynastie (960–1227)

 

Inhaltsverzeichnis:

* Einleitung
* Historische Entwicklung bis 221 v. Chr.


* Qin-Dynastie (221 bis 207 v. Chr.)


* Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.)

* Zeit der Drei Reiche und Jin-Dynastie (von 220 bis 581)

* Sui- und Tang-Dynastie (581–960)

* Song-Dynastie (960–1227)

Yuan-Dynastie (1228–1368)

Ming-Dynastie (1368–1644)

Qing-Dynastie (1644–1911)

Moderne

Kunst in der Volksrepublik China

Chinesische Volkskunst

Rezeption chinesischer Kunst im Westen

Chinesische Kunst in Europäischen Museen

 



 Literatur


Kaiser Huizong, Gedicht und Kalligraphie (12. Jahrh.)

Die Blüte der Lyrik in der Tang-Dynastie setzte sich in der Song-Zeit zwar fort, doch wurde großteils an die Vorbilder der verflossenen Ära angeknüpft. Deutlich machen dies bereits die Dichterschulen:
 

  • Bái Jūyì-Schule, wichtigster Vertreter Wáng Yǔchēng (王禹偁; 954–1001), einfacher Stil, bisweilen sozialkritische Themen
  • Xikun-Schule, ahmt Lǐ Shāngyǐn nach, Wichtigster Vertreter Yáng Yì (揚億; 974–1020), blumiger Stil
  • Changli-Schule, ahmt Hán Yù nach; bekanntester Vertreter Ōuyáng Xiū (歐陽修; 1007–1072)
  • Jiangxi-Schule, wichtigster Vertreter Huáng Tíngjiān (黄庭堅; 1045–1105), u.a. stimmungsvolle Naturlyrik
     

Überragende Dichtergestalt der Song-Zeit war indes der bereits zu Lebzeiten berühmte Sū Dōngpō (蘇東坡; 1037–1101), der auf nahezu allen Feldern klassisch-chinesischer Poesie tätig war und insbesondere durch sein Ode von der Fahrt zur Roten Wand (前赤壁賦; Qián Qìbì Fù) bekannt wurde.

Einen Aufschwung erlebte auch die volksliedhafte Ci-Lyrik. Als Vertreter dieser Gedichtsform sind unter anderen Sū Dōngpō, Lǐ Qīngzhào (李清照; 1084–1151) und Xīn Qìjí (辛棄疾; 1140–1207) zu nennen. In Mode kamen in der Song-Zeit ferner die meist in Sammlungen herausgegebenen sogenannten Pinselnotizen. Anekdoten, Tagebücher, Reiseberichte finden sich darunter, aber auch Abenteuer- und Geistergeschichten, Witze, Rätsel und Kleinprosa jeglicher Art. Ältestes Werk dieser Art sind die Pinselnotizen des Song Jingwen (宋景文共笔记, Sòng Jǐngwén Gòng Bǐjì) des Sòng Qí (宋祁; 998–1061). Ihren Ursprung in der Song-Zeit haben schließlich die Urformen der späteren Romane Geschichte der drei Reiche und Die Reise nach dem Westen. Auch Theaterausführungen sind dokumentiert, die sich in den späteren Epochen zu den heutigen chinesischen Opern in ihren jeweiligen regionalen Prägungen weiterentwickelten.


Malerei


Kaiser Huizong, Kraniche über dem Kaiserpalast (12. Jahrhundert)

Einen Höhepunkt erreichte in der Song-Dynastie vor allem die chinesische Malerei. Die Landschaftsbilder etwa gewannen in dieser Zeit einen subtileren Ausdruck. Su wurde beispielsweise die Unermesslichkeit von räumlichen Entfernungen durch verschwommene Umrisse, im Nebel verschwindende Bergsilhouetten oder eine geradezu impressionistische Behandlung von Naturphänomen angedeutet. Eine eher „gezähmte“ und vom kunstsinnigen Menschen „genossene“ Natur steht indes in den späteren Werken der südlichen Song-Dynastie im Vordergrund. Berühmte Landschaftsmaler der Epoche waren Lǐ Táng (李唐; 1047–1127), Guō Xī (郭熙; 960–1127), Mǎ Yuǎn (馬遠; um 1155–1235; Auf einem Gebirgspfad im Frühling) sowie Xià Guī (夏珪; um 1180–1230).

Wie bereits in früheren Perioden werden auch in der Song-Malerei gerne Menschen in ehrfürchtiger Kontemplation vor der Natur gezeigt, verschwinden nunmehr aber nicht mehr notwendigerweise vor majestätisch-überwältigenden Landschaftskulissen, sondern nehmen durchaus zentrale Positionen ein. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang etwa der anonyme Vornehme Gelehrte unter einer Weide, vor allem aber auch Mǎ Líns (馬麟; ca. 1180–1256) berühmtes Dem Wind in den Kiefern lauschend. Beachtung verdienen auch die farbigen Miniaturen in Chao Yens Acht Reiter im Frühling.

Bambus und Fels, Li Kan (1244 – 1320)

Ein zentraler Gegenstand der Song-Malerei waren auch Tier- und Pflanzendarstellungen. Große Bewunderung erfuhr etwa Cuī Báis (Ts’ui Po, 崔白, aktiv 1068–1077) stimmungsvolles Gemälde Hase und Eichelhäher, aber auch die Schöpfungen des künstlerisch veranlagten Kaisers Huīzōng (徽宗; 1082–1135), von dem unter anderem die Zwei Finken auf Bambusstengeln stammen. Weitere renommierte Tier- und Pflanzenmaler waren Mao I und Wén Tóng (文同; 1018–1079). Eine andere Richtung der Song-Malerei nahm schließlich buddhistische Themen auf und stellte etwa gerne chan-buddhistische Adepten dar.

Bahnbrechend wirkte in der Song-Malerei schließlich die insbesondere auf Sū Dōngpō (蘇東坡; 1037–1101) zurückgehende, konfuzianisch, aber auch chan-buddhistisch beeinflusste und bisweilen erstaunlich modern wirkende Wen-Jen-Hua-Schule. Sie brach mit dem lange unbestrittenen Dogma, Malerei müsse möglichst naturgemäß ihr Objekt wiedergeben, und trat für freiere Ausdrucksformen ein. Exemplarisch kommt der Gedanke der Wen-Jen-Hua-Schule etwa in Liáng Kǎis (梁楷; 1127–1279) berühmtem Porträt von Lǐ Bái (李白; 701–762) zum Ausdruck. Weitere bedeutende Vertreter dieser Richtung sind Mǐ Fú (米芾; 1051–1107), Mǐ Yǒurén (Mi Yu-jen 米友仁; 1086–1165), Mùqī (牧谿; 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts) und Wáng Tíngyún (王庭筠; 1151–1202).


Lackkunst

Eine erste Blüte erreichte in der Song-Zeit die bereits seit der Shang-Dynastie bekannte Lacktechnik, die insbesondere auf Gefäßen zur Anwendung kam. Neben monochromen Arbeiten konnte sich auch die sog. Ritzlacktechnik etablieren. Nachdem man das Dekor in die oberste Lackschicht eingraviert hatte, wurden die Vertiefungen mit Gold und Silber ausgerieben, wodurch man besonders optische Effekte erreichte.

Tapeten

Ebenfalls einen Höhepunkt erlebte in der Song-Zeit die chinesische Tapete, die nunmehr fast ausschließlich aus mit Leinen verstärktem Bambuspapier gefertigt wurden. Beliebt waren einerseits florale Muster mit Pflanzen, Blumen, Vögeln und Insekten, aber auch Landschaftsszenen und Darstellungen aus dem Alltag der Menschen.

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Quelle: Wikipedia
Urheber: Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren
Version vom am 4. Oktober 2009 um 20:33 Uhr
abrufbar unter:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Chinesische_Kunst&oldid=65227810

 

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