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Buddhistische
Großplastik

Buddha, Longmen, 7. Jahrh. Foto:
Dr. Meierhofer, Lizenz: [http://www.chinaposter.de/fdl.txt
GNU-Lizenz für freie Dokumentation].
In Anknüpfung an eine bereits unter der Sui-Dynastie
eingeleitete Tendenz entwickelte sich die buddhistische
Großplastik auch unter der Tang-Dynastie zunehmend zu einem
realistischeren und lebensnaheren Ausdruck hin. Infolge der
Weltoffenheit des Tang-Reichs und insbesondere seines
kulturellen Austausches mit dem indischen Kulturraum nahmen
die buddhistischen Skulpturen der Tang-Zeit eine eher
klassische, von der indischen Gupta-Kunst beeinflusste Form
an.
Einen Einbruch erlebte die buddhistische Kunst gegen Ende
der Tangzeit, als Kaiser Wuzong 845 alle ausländischen
Religionen verbot, um den autochthonen Daoismus wieder in
seine alte Position einzusetzen. Er konfiszierte
buddhistisches Eigentum und zwang die Gläubigen in den
Untergrund, worauf auch die Kunst weitgehend zum Erliegen
kam.
Während die meisten Holzplastiken der Tangperiode die
Verfolgungen nicht überlebt haben, ist von der Steinkunst
erheblich mehr erhalten geblieben. Die großartigsten
Skulpturen befinden sich in Longmen, südlich von Luoyang
(Provinz Henan).
Tang-Keramik

Hofdame, Tang-Keramik Foto:
Mountain at Shanghai Museum, Lizenz: [http://www.chinaposter.de/fdl.txt
GNU-Lizenz für freie Dokumentation].
Vor allem wird die Kunst der Tang-Zeit mit naturbelassenen
oder farbig glasierten Keramik-Skulpturen assoziiert, die
meist Pferde, Kamele und wütende Dämonen („Höllenwächter“)
darstellen, aber auch Hofdamen und Musikanten. Die bisweilen
erkennbar unchinesischen Gesichtszüge der Dargestellten sind
über die kulturellen Einflüsse aus Westasien und Europa zu
erklären, die insbesondere über den regen Handel über die
Seidenstraße vermittelt wurden.

Musikerin, Tang-keramik, Musée Cernuschi, Paris, France
Bis in die Tang-Zeit reichen auch die Ursprünge des in China
erfundenen und im Laufe spätere Dynastien immer mehr
verfeinerten Porzellans zurück, das aus einer aus Kaolin und
Feldspat bestehenden Paste gefertigt wird. Gegenüber
herkömmlichen Töpferwaren stellt Porzellan seine Schöpfer
schon wegen der Verarbeitungseigenschaften vor erheblich
größere Herausforderungen. Berühmteste Fertigungsstätte ist
das im Lauf der Geschichte mehrfach umbenannte Jingdezhen in
der Provinz Jiangxi.
Literatur
Die Tang-Dynastie gilt von jeher als der Gipfel der
chinesischen Kaiserzeit, so ist es auch nicht weiter
verwunderlich, dass aus dieser Zeit zahlreiche literarische
Werke bis heute überdauert haben. Der gesellschaftliche
Reichtum, die soziale Sicherheit und eine ungewöhnliche
politische Meinungsfreiheit besonders zu Anfang der
Tang-Zeit haben ein Feuerwerk literarischen Schaffens
hervorgebracht.
Lyrik
Besondere Blüte erlebten die penta- und heptasyllabischen
Gedichtformen, vor allem das Lüshi (律詩, "regelmäßiger
Achtzeiler") und das Jueju (絕句, "Vierzeiler"). Ein in der
Qing-Dynastie zusammengetragener Gedichtsband Alle
Tang-Gedichte (全唐詩) enthält über 48.900 Gedichte von über
2200 Dichtern. Herausragende Vertreter dieser Epoche sind
die drei Dichter Li Bai (李白), Du Fu (杜甫) und Bai Juyi (白居易).

Gedicht und Kalligrafie von Li Bai (8. Jahrhundert)

Li Bai, Tuschmalerei von Liang Kai Li Bai, der in
der Blütezeit der Tang-Herrschaft lebte, wurde schon zu
Lebzeiten als ein Genie gefeiert und war ein gerngesehener
Gast in der gehobenen Gesellschaft (inklusive des
Kaiserhofs). Sein ungezügelter und undisziplinierter
Lebensstil versperrte ihm den Zugang zu einer
Beamtenlaufbahn. Dafür wanderte er durch das ganze Reich und
besang das Land und die Menschen in seinen Gedichten. Obwohl
diese sehr exakten Silbenzahlvorgaben und Betonungsschemata
folgen, wirken sie ungekünstelt und sind durchdrungen von Li
Bais Freiheitsdrang, manchmal erahnt man auch einen gewissen
Hochmut in seinen Zeilen. Li Bai genießt in China bis heute
den Status eines "Heiligen der Dichtung". Du Fus Lebenszeit
überschneidet sich zum Teil mit derjenigen Li Bais. Du Fu
erlebte, wie die Tang-Dynastie durch die An Lushan-Rebellion
und die nachfolgenden Kriege schwer geschwächt wurde. Er
schilderte in seinen Gedichten das reale Leben der Menschen
jener Zeit. Viele seiner Gedichte haben sich von den
Einschränkungen des vier- oder achtzeiligen Versmaßes
befreit, sie sind lange Erzählgedichte. Zudem sind sie in
einer allgemeinverständlichen Sprache geschrieben. Bai Juyi
lebte gegen Ende der Tang-Zeit. Auch er schrieb längere
Gedichte, die freier wirken als die Gedichte aus früheren
Zeiten.
Eine literarische Strömung der Tang-Zeit ist die
"Antike-Sprache-Bewegung" (古文運動). Die Vertreter dieser
Bewegung propagierten die Rückbesinnung auf die
ungeschmückte, knappere und sachlichere Sprache der Han- und
Vor-Han-Zeit. Sie wandten sich gegen den gekünstelten
Sprachgebrauch, der seit der Zeit der Zeit der Nord- und
Süd-Dynastien in China seine Blüten trieb. Viele Literaten
dieser Bewegung sind hervorragende Essayisten. Besonders
berühmte Vertreter dieser Strömung sind Han Yu (韓愈) und Liu
Zongyuan (柳宗元). Es hat in der chinesischen Geschichte
mehrfach Strömungen gegeben, deren Schlachtruf eine
Rückführung auf eine frühere, einfachere und konzisere
Sprache war. Die Antike-Sprache-Bewegung der Tang-Zeit war
die erste und auch eine der nachhaltigsten.
Tang-Novelle
Die Novellen der Tang-Dynastie sind von vergleichsweise
komplexer Erzählstruktur und werden traditionell in vier
Gruppen unterschieden, nämlich in Liebesgeschichten,
historische Geschichten, Heldenerzählungen und Phantastische
Geschichten.
Bekannt geworden ist die Epoche indes hauptsächlich für ihre
phantastischen Novellen, die üblicherweise als Chuanqi (傳奇)
bezeichnet werden, wörtlich Überlieferungen von seltsamen
Ereignissen). Sie spielen zwar mit in der realen Welt der
Tang-Zeit und nehmen häufig Bezug auf bekannte Örtlichkeiten
insbesondere in der Hauptstadt Chang’an, bringen den
Protagonisten aber häufig in Kontakt mit übersinnlichen oder
phantastischen Welten. Zu nennen ist insbesondere Li
Gongzuos (李公佐) Nánkē tàishǒu zhuàn (南柯太守傳; Die Geschichte
vom Gouverneur des Südbezirks), in der der Erzähler in einem
Traumerlebnis in einem Ameisenhaufen einen vollendeten Staat
vorfindet. In Rènshì zhuàn (任氏傳 Fräulein Ren) von Shen Jiji
(沈既濟) aus dem Jahre 781 wird von der Begegnung eines jungen
Mannes mit einem weiblichen Fuchsgeist berichtet.
Als Beispiel für eine historische Novelle sei Du Guangtings
(杜光庭; 850-933) Qiuranke zhuan (虯髯客傳; Der Alte mit dem
lockigen Bart) genannt, die den Gründer der Sui-Dynastie,
Kaiser Wen, glorifiziert. Zu den bekanntesten
Liebesgeschichten der Epoche gehört Lǐ Wá zhuàn (李娃傳; Leben
des Fräulein Li), die von der Liebe eines jungen Gelehrten
zu einer liederlichen, am Ende aber geläuterten Kurtisane
handelt.
Es existieren auch umfangreiche Novellensammlungen; zu
nennen sind insbesondere Xuanguai lu (玄怪錄; Berichte von
Geheimnisvollem und Außergewöhnlichem) von Niu Sengru (牛僧孺;
780-848), Xuanshi Zhi (宣室志; Berichte aus dem Palastgemach)
von Zhang Du (張讀; 834?-882), Yiwen Ji (异闻集; Sammlung von
Unerhörtem) des Chen Han (陈翰).
Malerei
Seit der Tang-Dynastie (618–907) waren Landschaften das
zentrale Motiv der chinesischen Malerei; man sprach insofern
vom Shanshui, der „Berg-Wasser“-Malerei. Zweck dieser meist
monochromen Schöpfungen war weniger die naturalistische
Darstellung als vielmehr, „Atmosphäre“ zu erzeugen und beim
Betrachter Gefühle und insbesondere seinen Sinn für die
Harmonie der Natur zu wecken.
Im Allgemeinen benutzte man dabei dieselbe Technik wie die
Kalligraphen und malte mit in schwarze oder farbige Tusche
getauchten Bürstenpinseln auf Seide oder Papier; der
Gebrauch von Ölfarben war unbekannt. Die Bilder wurden in
der Regel nicht so sehr an die Wand gehängt, sondern
zusammengerollt in Möbeln verstaut und nur bei Bedarf
hervorgeholt, um sie etwa als besonders kunstsinnig
geschätzten Gästen zu zeigen.

Konfuzius, Wu Daozi (685-758)
Dŏng Yuán (董源, 934–962), ein Maler der südlichen
Tang-Dynastie, war sowohl für seine Porträts als auch für
Landschaftsdarstellungen bekannt und trug maßgeblich zu dem
eleganten Stil bei, der für die nächsten 900 Jahre zum
Standard der chinesischen Malerei werden sollte. Wie viele
chinesische Künstler wurde er im offiziellen Auftrag tätig.
Er studierte insbesondere den Stil von Lì Sīxùn (利思訓,
651–716) und Wáng Wéi (王維, 701–761) und bereicherte die
Malerei um zahlreiche Techniken wie etwa die Verfeinerung
der Perspektive, pointilistische Ansätze wie auch
Kreuzschraffur zur Erzielung plastischeren Eindrucks.
Vom Sui-Maler Zhǎn Zǐqián (展子虔, um 600) ist nur noch ein
Werk erhalten, Müßiggang im Frühling, in dem die Berge
erstmals perspektivisch dargestellt werden. Es gilt als
erste szenische Landschaftsmalerei in der ostasiatischen
Kunst.
Am Kaiserhof tat sich besonders Yán Lìběn (閻立本, 600–673)
hervor, der als Beamter ebenfalls Hofmaler des Tang-Kaisers
Taizong war. Mit seinem bekannten Werk Die dreizehn Kaiser,
welche bekannte Herrscher von der Han- bis zur Sui-Zeit
darstellt, schuf er die ältesten bekannten Kaiserporträts.
Holzschnitt
In der Zeit der Sui-Dynastie werden auch die Anfänge der
chinesischen Holzschnitt-Kunst vermutet. Hiermit pflegte man
insbesondere religiöse Werke zu illustrieren. Als ältester
noch erhaltener Holzschnitt gilt das 1907 in Dunhuang
entdeckte Titelbild des Sutra Vajracchedikâ Prajna Paramitâ,
das auf das Jahr 868 datiert wird.
Musik
Die während der Tang-Zeit zu verzeichnenden Einflüsse aus
dem Ausland betrafen auch die Musik: Insbesondere aus
Mittelasien wurden etwa diverse neue Musikinstrumente
übernommen, insbesondere Lauten, Zithern und Fiedeln. Die
bereits seit der Han-Dynastie bekannte Qin erlebte eine
Blüte. Auch erfolgte ein reger Austausch von Musikern. In
der Tang-Zeit emanzipierte sich auch die Säkularmusik
endgültig von den religiös-kultischen Wurzeln und erlangte
eigenständige Bedeutung.
Siehe Auch:
Chinesische
Schriftzeichen
Chinesische
Kalligraphie
Kaiserreich
China
Chinesische
Philosophie
Chin.
Kampfkunst
Tibet
& tibetische Kultur
Chinesische
Medizin TCM
Chinesische
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Weisheiten
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