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Chinesische Kunst

Zeit der Drei Reiche und Jin-Dynastie (von 220 bis 581)

 

Inhaltsverzeichnis:

* Einleitung
* Historische Entwicklung bis 221 v. Chr.


* Qin-Dynastie (221 bis 207 v. Chr.)


* Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.)

* Zeit der Drei Reiche und Jin-Dynastie (von 220 bis 581)

* Sui- und Tang-Dynastie (581–960)

* Song-Dynastie (960–1227)

Yuan-Dynastie (1228–1368)

Ming-Dynastie (1368–1644)

Qing-Dynastie (1644–1911)

Moderne

Kunst in der Volksrepublik China

Chinesische Volkskunst

Rezeption chinesischer Kunst im Westen

Chinesische Kunst in Europäischen Museen

 



Buddhistische Großplastik


Buddha, Longmen, 7. Jahrh. Foto: Dr. Meierhofer, Lizenz: [http://www.chinaposter.de/fdl.txt  GNU-Lizenz für freie Dokumentation].

In Anknüpfung an eine bereits unter der Sui-Dynastie eingeleitete Tendenz entwickelte sich die buddhistische Großplastik auch unter der Tang-Dynastie zunehmend zu einem realistischeren und lebensnaheren Ausdruck hin. Infolge der Weltoffenheit des Tang-Reichs und insbesondere seines kulturellen Austausches mit dem indischen Kulturraum nahmen die buddhistischen Skulpturen der Tang-Zeit eine eher klassische, von der indischen Gupta-Kunst beeinflusste Form an.

Einen Einbruch erlebte die buddhistische Kunst gegen Ende der Tangzeit, als Kaiser Wuzong 845 alle ausländischen Religionen verbot, um den autochthonen Daoismus wieder in seine alte Position einzusetzen. Er konfiszierte buddhistisches Eigentum und zwang die Gläubigen in den Untergrund, worauf auch die Kunst weitgehend zum Erliegen kam.

Während die meisten Holzplastiken der Tangperiode die Verfolgungen nicht überlebt haben, ist von der Steinkunst erheblich mehr erhalten geblieben. Die großartigsten Skulpturen befinden sich in Longmen, südlich von Luoyang (Provinz Henan).


Tang-Keramik

Hofdame, Tang-Keramik Foto: Mountain at Shanghai Museum, Lizenz: [http://www.chinaposter.de/fdl.txt  GNU-Lizenz für freie Dokumentation].

Vor allem wird die Kunst der Tang-Zeit mit naturbelassenen oder farbig glasierten Keramik-Skulpturen assoziiert, die meist Pferde, Kamele und wütende Dämonen („Höllenwächter“) darstellen, aber auch Hofdamen und Musikanten. Die bisweilen erkennbar unchinesischen Gesichtszüge der Dargestellten sind über die kulturellen Einflüsse aus Westasien und Europa zu erklären, die insbesondere über den regen Handel über die Seidenstraße vermittelt wurden.

Musikerin, Tang-keramik, Musée Cernuschi, Paris, France

Bis in die Tang-Zeit reichen auch die Ursprünge des in China erfundenen und im Laufe spätere Dynastien immer mehr verfeinerten Porzellans zurück, das aus einer aus Kaolin und Feldspat bestehenden Paste gefertigt wird. Gegenüber herkömmlichen Töpferwaren stellt Porzellan seine Schöpfer schon wegen der Verarbeitungseigenschaften vor erheblich größere Herausforderungen. Berühmteste Fertigungsstätte ist das im Lauf der Geschichte mehrfach umbenannte Jingdezhen in der Provinz Jiangxi.



Literatur

Die Tang-Dynastie gilt von jeher als der Gipfel der chinesischen Kaiserzeit, so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass aus dieser Zeit zahlreiche literarische Werke bis heute überdauert haben. Der gesellschaftliche Reichtum, die soziale Sicherheit und eine ungewöhnliche politische Meinungsfreiheit besonders zu Anfang der Tang-Zeit haben ein Feuerwerk literarischen Schaffens hervorgebracht.


Lyrik

Besondere Blüte erlebten die penta- und heptasyllabischen Gedichtformen, vor allem das Lüshi (律詩, "regelmäßiger Achtzeiler") und das Jueju (絕句, "Vierzeiler"). Ein in der Qing-Dynastie zusammengetragener Gedichtsband Alle Tang-Gedichte (全唐詩) enthält über 48.900 Gedichte von über 2200 Dichtern. Herausragende Vertreter dieser Epoche sind die drei Dichter Li Bai (李白), Du Fu (杜甫) und Bai Juyi (白居易).

Gedicht und Kalligrafie von Li Bai (8. Jahrhundert)


Li Bai, Tuschmalerei von Liang Kai

Li Bai, der in der Blütezeit der Tang-Herrschaft lebte, wurde schon zu Lebzeiten als ein Genie gefeiert und war ein gerngesehener Gast in der gehobenen Gesellschaft (inklusive des Kaiserhofs). Sein ungezügelter und undisziplinierter Lebensstil versperrte ihm den Zugang zu einer Beamtenlaufbahn. Dafür wanderte er durch das ganze Reich und besang das Land und die Menschen in seinen Gedichten. Obwohl diese sehr exakten Silbenzahlvorgaben und Betonungsschemata folgen, wirken sie ungekünstelt und sind durchdrungen von Li Bais Freiheitsdrang, manchmal erahnt man auch einen gewissen Hochmut in seinen Zeilen. Li Bai genießt in China bis heute den Status eines "Heiligen der Dichtung". Du Fus Lebenszeit überschneidet sich zum Teil mit derjenigen Li Bais. Du Fu erlebte, wie die Tang-Dynastie durch die An Lushan-Rebellion und die nachfolgenden Kriege schwer geschwächt wurde. Er schilderte in seinen Gedichten das reale Leben der Menschen jener Zeit. Viele seiner Gedichte haben sich von den Einschränkungen des vier- oder achtzeiligen Versmaßes befreit, sie sind lange Erzählgedichte. Zudem sind sie in einer allgemeinverständlichen Sprache geschrieben. Bai Juyi lebte gegen Ende der Tang-Zeit. Auch er schrieb längere Gedichte, die freier wirken als die Gedichte aus früheren Zeiten.

Eine literarische Strömung der Tang-Zeit ist die "Antike-Sprache-Bewegung" (古文運動). Die Vertreter dieser Bewegung propagierten die Rückbesinnung auf die ungeschmückte, knappere und sachlichere Sprache der Han- und Vor-Han-Zeit. Sie wandten sich gegen den gekünstelten Sprachgebrauch, der seit der Zeit der Zeit der Nord- und Süd-Dynastien in China seine Blüten trieb. Viele Literaten dieser Bewegung sind hervorragende Essayisten. Besonders berühmte Vertreter dieser Strömung sind Han Yu (韓愈) und Liu Zongyuan (柳宗元). Es hat in der chinesischen Geschichte mehrfach Strömungen gegeben, deren Schlachtruf eine Rückführung auf eine frühere, einfachere und konzisere Sprache war. Die Antike-Sprache-Bewegung der Tang-Zeit war die erste und auch eine der nachhaltigsten.


Tang-Novelle

Die Novellen der Tang-Dynastie sind von vergleichsweise komplexer Erzählstruktur und werden traditionell in vier Gruppen unterschieden, nämlich in Liebesgeschichten, historische Geschichten, Heldenerzählungen und Phantastische Geschichten.

Bekannt geworden ist die Epoche indes hauptsächlich für ihre phantastischen Novellen, die üblicherweise als Chuanqi (傳奇) bezeichnet werden, wörtlich Überlieferungen von seltsamen Ereignissen). Sie spielen zwar mit in der realen Welt der Tang-Zeit und nehmen häufig Bezug auf bekannte Örtlichkeiten insbesondere in der Hauptstadt Chang’an, bringen den Protagonisten aber häufig in Kontakt mit übersinnlichen oder phantastischen Welten. Zu nennen ist insbesondere Li Gongzuos (李公佐) Nánkē tàishǒu zhuàn (南柯太守傳; Die Geschichte vom Gouverneur des Südbezirks), in der der Erzähler in einem Traumerlebnis in einem Ameisenhaufen einen vollendeten Staat vorfindet. In Rènshì zhuàn (任氏傳 Fräulein Ren) von Shen Jiji (沈既濟) aus dem Jahre 781 wird von der Begegnung eines jungen Mannes mit einem weiblichen Fuchsgeist berichtet.

Als Beispiel für eine historische Novelle sei Du Guangtings (杜光庭; 850-933) Qiuranke zhuan (虯髯客傳; Der Alte mit dem lockigen Bart) genannt, die den Gründer der Sui-Dynastie, Kaiser Wen, glorifiziert. Zu den bekanntesten Liebesgeschichten der Epoche gehört Lǐ Wá zhuàn (李娃傳; Leben des Fräulein Li), die von der Liebe eines jungen Gelehrten zu einer liederlichen, am Ende aber geläuterten Kurtisane handelt.

Es existieren auch umfangreiche Novellensammlungen; zu nennen sind insbesondere Xuanguai lu (玄怪錄; Berichte von Geheimnisvollem und Außergewöhnlichem) von Niu Sengru (牛僧孺; 780-848), Xuanshi Zhi (宣室志; Berichte aus dem Palastgemach) von Zhang Du (張讀; 834?-882), Yiwen Ji (异闻集; Sammlung von Unerhörtem) des Chen Han (陈翰).

Malerei


Seit der Tang-Dynastie (618–907) waren Landschaften das zentrale Motiv der chinesischen Malerei; man sprach insofern vom Shanshui, der „Berg-Wasser“-Malerei. Zweck dieser meist monochromen Schöpfungen war weniger die naturalistische Darstellung als vielmehr, „Atmosphäre“ zu erzeugen und beim Betrachter Gefühle und insbesondere seinen Sinn für die Harmonie der Natur zu wecken.

Im Allgemeinen benutzte man dabei dieselbe Technik wie die Kalligraphen und malte mit in schwarze oder farbige Tusche getauchten Bürstenpinseln auf Seide oder Papier; der Gebrauch von Ölfarben war unbekannt. Die Bilder wurden in der Regel nicht so sehr an die Wand gehängt, sondern zusammengerollt in Möbeln verstaut und nur bei Bedarf hervorgeholt, um sie etwa als besonders kunstsinnig geschätzten Gästen zu zeigen.

Konfuzius, Wu Daozi (685-758)



Dŏng Yuán (董源, 934–962), ein Maler der südlichen Tang-Dynastie, war sowohl für seine Porträts als auch für Landschaftsdarstellungen bekannt und trug maßgeblich zu dem eleganten Stil bei, der für die nächsten 900 Jahre zum Standard der chinesischen Malerei werden sollte. Wie viele chinesische Künstler wurde er im offiziellen Auftrag tätig. Er studierte insbesondere den Stil von Lì Sīxùn (利思訓, 651–716) und Wáng Wéi (王維, 701–761) und bereicherte die Malerei um zahlreiche Techniken wie etwa die Verfeinerung der Perspektive, pointilistische Ansätze wie auch Kreuzschraffur zur Erzielung plastischeren Eindrucks.

Vom Sui-Maler Zhǎn Zǐqián (展子虔, um 600) ist nur noch ein Werk erhalten, Müßiggang im Frühling, in dem die Berge erstmals perspektivisch dargestellt werden. Es gilt als erste szenische Landschaftsmalerei in der ostasiatischen Kunst.

Am Kaiserhof tat sich besonders Yán Lìběn (閻立本, 600–673) hervor, der als Beamter ebenfalls Hofmaler des Tang-Kaisers Taizong war. Mit seinem bekannten Werk Die dreizehn Kaiser, welche bekannte Herrscher von der Han- bis zur Sui-Zeit darstellt, schuf er die ältesten bekannten Kaiserporträts.


Holzschnitt

In der Zeit der Sui-Dynastie werden auch die Anfänge der chinesischen Holzschnitt-Kunst vermutet. Hiermit pflegte man insbesondere religiöse Werke zu illustrieren. Als ältester noch erhaltener Holzschnitt gilt das 1907 in Dunhuang entdeckte Titelbild des Sutra Vajracchedikâ Prajna Paramitâ, das auf das Jahr 868 datiert wird.


Musik


Die während der Tang-Zeit zu verzeichnenden Einflüsse aus dem Ausland betrafen auch die Musik: Insbesondere aus Mittelasien wurden etwa diverse neue Musikinstrumente übernommen, insbesondere Lauten, Zithern und Fiedeln. Die bereits seit der Han-Dynastie bekannte Qin erlebte eine Blüte. Auch erfolgte ein reger Austausch von Musikern. In der Tang-Zeit emanzipierte sich auch die Säkularmusik endgültig von den religiös-kultischen Wurzeln und erlangte eigenständige Bedeutung.

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Quelle: Wikipedia
Urheber: Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren
Version vom am 4. Oktober 2009 um 20:33 Uhr
abrufbar unter:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Chinesische_Kunst&oldid=65227810

sowie

Version vom 17. Oktober 2009 um 07:54 Uhr

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Chinesische_Literatur&oldid=65669847

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