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Legalismus (chin.
法家, fǎ jiā „Gesetzesschule“); auch Legismus, ist eine Richtung
der chinesischen Philosophie aus der Zeit der Streitenden Reiche (etwa
um 480 v. Chr. bis 221 v. Chr.).
Das Hauptwerk des Legalismus ist das Han Feizi (韩非子 Meister Han Fei).
Wesentlicher Inhalt des Buches ist es, dass Belohnung und Bestrafung die
Schlüssel zur Wahrung der Macht sind. Ein weiterer Entwickler dieses Systems
war Li Si, wie Han Fei angeblich ein Schüler des Xunzi.
Beschaffenheit der menschlichen Natur
Der Legalismus sagt, die menschliche Natur sei schlecht und
könne auch durch Erziehung nicht entscheidend verbessert werden, sondern nur
durch Androhung von schweren Strafen. Die
Konfuzianer lägen mit ihrer Idealisierung der Alten falsch. Je mehr
Menschen studierten, desto weniger würde das Land bebaut. Gelehrte sollten
zu sinnvollerer Arbeit eingesetzt werden. So entstand unter den Qin ein
zentralisierter, meritokratischer Beamtenstaat, der bis 1912 als ein
wichtiger Aspekt chinesischer Politik weiter bestehen sollte
(ironischerweise aber in konfuzianisierter Form).
Legalismus als Staatsform In der Regierung müssen vor
allem drei Aspekte beachtet werden:
-
Macht (chin.
勢, shì): Selbst die mythischen Kaiser konnten das Volk erst
beeinflussen, nachdem sie den Thron bestiegen hatten.
-
Methode (chin.
術, shù): Tugend allein genügt nicht.
-
Gesetze (chin.
法, fǎ): Regierung benötigt Gesetze.
Der Legalismus in Reinform wurde nur von der
Qin-Dynastie
verwirklicht. Die Verachtung von Gelehrsamkeit führte zu den
Bücherverbrennungen dieser Zeit. Die Bestrafungen – Hinrichtungen und
schwerste Sklavenarbeit – waren nicht nur für diejenigen bestimmt, die gegen
Gesetze verstießen, sondern auch für ihre nächsten Verwandten. Zusammen mit
der Qin-Dynastie
ging auch dieser reine Legalismus unter, wenngleich seine Ideen weiterlebten
und weiterhin Einfluss ausübten.
In der modernen Politikwissenschaft wird der Begriff Legalismus für einen
(missbräuchlichen) juristischen Positivismus verwendet, der Legalität
(Gesetzmäßigkeit) und Legitimität (Rechtmäßigkeit) vermischt.
Eine Handlung oder Regierung kann nach dem Gesetzes- oder Verfassungstext
legal sein, aber trotzdem nicht demokratisch oder moralisch legitimiert,
entfernt ähnlich dem bürokratischen Legismus.
Ein oft zitiertes Beispiel dafür sind die Ermächtigungsgesetze oder die
Anwendung von Notstandsgesetzen durch Minderheitenregierungen allgemein,
auch bestimmte gebrochene Wahlversprechen fallen darunter.
Quelle: Wikipedia
Urheber: Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren
abrufbar unter:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Legalismus_%28chinesische_Philosophie%29&oldid=64745957
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