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Yin und Yang (vereinfacht:
阴阳,
traditionell: 陰陽, Pinyin: yīn yáng) sind zwei Begriffe aus der
chinesischen Philosophie, die insbesondere im
Daoismus von großer Bedeutung sind. Bei Yang handelt es sich um das
Prinzip Himmel, bei Yin um das Prinzip Luft. Der Übergang von Yin zu Yang
ist dabei fließend. Die genauen historischen Ursprünge liegen
vermutlich viele tausend Jahre in der Vergangenheit. Zuerst wurde das
Prinzip im I Ging erwähnt, das aber auch nur sehr ungenau auf etwa 700 bis
1000 Jahre v. Chr. datiert werden kann. Zu dieser Zeit standen Yin und Yang
vermutlich noch für recht praktische, alltägliche Dinge.
Anhand der entsprechenden chinesischen Schriftzeichen wird vermutet, dass
Yin anfangs die Bezeichnung für die kältere, nach Norden weisende Seite
eines Hügels und Yang die Bezeichnung für die wärmere, nach Süden weisende
Seite war. Ursprünglich war es also eine rein geografische Einordnung. Nach
und nach wurde Yang mit Sonnenlicht allgemein gleichgesetzt, während Yin mit
Schatten verbunden wurde. Bald wurde daraus abgeleitet, dass die Sonne
selbst Yang ist, Erde und Mond hingegen waren Yin.

Mit der Zeit wurden die Begriffe immer abstrakter, allgemeiner angewendet.
Die Tabelle unten rechts zeigt einige typische Entsprechungen von Yin und
Yang, stellvertretend für die Vielzahl von möglichen Gegensatzpaaren. So ist
Yang das männliche, aktive, zeugende, schöpferische, lichte Prinzip, Yin das
weibliche, passive, empfangende, hingebende, verhüllende. Beide sind
Gegenstücke, die sich ergänzen, nicht Gegensätze, die sich bekämpfen.
Wichtig ist, dabei immer in einem Zusammenhang zu bleiben. Es ist unsinnig
zu sagen, Yang ist oben und Yin ist unten. Außerdem lässt sich weder Yin
noch Yang in reiner Form finden, das Eine bedingt das Andere (vgl.
Dualismus). Man kann auch nicht sagen, das eine sei gut und das andere
schlecht, denn die daoistische Philosophie betont immer wieder, dass das
Weiche (Yin) das Harte (Yang) besiegt, und in einigen Schulen des Daoismus
muss der Adept erst reines Yin werden, um den Funken des Yang erlangen zu
können.
Ein Beispiel aus dem Taiji:
Frage: Schau einen Stock an - sein eines Ende ist Yin, das
andere Yang. Welches ist wichtiger? Antwort: Der Stock selbst
ist wichtig!
Sonnenstrahlen sind ein gutes Yang-Beispiel: Sie kommen von
der Sonne (vom Himmel, von oben) sind warm, hell, Licht und eine nicht
anfassbare, dennoch spürbare subtile Energie. Diese Energie wird in Pflanzen
mit Hilfe der Photosynthese in chemische Energie umgesetzt. Der Prozess
benötigt jedoch auch „materielle“ Komponenten, Wasser und Kohlendioxid. Das
Yang der Sonnenstrahlen benötigt also Yin-Elemente, um wirksam zu werden.
Wasser kann als Yin-Beispiel dienen: Wasser fließt immer nach unten, ist als
Meer kühl und dunkel. Wenn es gefriert, wird es aber zu Eis, also zum einen
kälter, zum anderen ist es oberhalb des fließenden Wassers. Ohne Sonnenlicht
würde es vermutlich nur Eis geben, welches kein Leben mehr ermöglicht.
Sonne und Wasser müssen in ausgewogener Menge vorhanden sein, wie auch Yang
und Yin. Diese konkreten Beispiele müssen jedoch immer relativ bleiben, da
Yin und Yang vor allem durch ihr Zusammenspiel gegeben sind. Harmonie und
Ausgeglichenheit zwischen diesen beiden entgegengesetzten Kräften sind in
der chinesischen Philosophie ein zentraler Punkt. Im obigen Beispiel
bedeutet die Harmonie von Yin und Yang Leben beziehungsweise die Möglichkeit
dazu.
| Yang |
Yin |
| oben |
unten |
| warm |
kalt |
| vorwärts |
rückwärts |
| aufwärts |
abwärts |
| Expansion |
Kontraktion |
| Aufsteigen |
Absinken |
| Feuer |
Wasser |
| hell |
dunkel |
| Energie |
Materie |
| Bewegung |
Stillstand |
| Aktiv |
Passiv |
| Ideal |
Wirklichkeit |
| Geist |
Welt |
| männlich |
weiblich |
Quelle: Wikipedia
Urheber: Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren
abrufbar unter:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Yin_und_Yang&oldid=65054160
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